Von Angehörigen für Angehörige: Filmtipps

In unserer angeleiteten Elterngruppe kam neulich die Idee auf, dass es toll wäre, wenn sich Angehörige und Betroffene gegenseitig über das, was sie als hilfreich erleben sowie aktuelle Themen informieren könnten.

Das Smutje-Team findet das auch. Und deshalb möchten wir heute einen Vater zu Wort kommen lassen und über Filme zum Thema ‚Essstörungen/psychische Erkrankungen‘ berichten.

Wir freuen uns, wenn wir auch in Zukunft über aktuelle Themen berichten können, die junge Menschen mit Essstörungen und Eltern beschäftigen. Deshalb schick/schicken Sie uns gerne anonymisierte Erfahrungsberichte, Hinweise zu Filmen, Zeitungsartikeln und interessante Internetseiten…

Vielen Dank für Deine/Ihre Unterstützung. Wir freuen uns über Deine/Ihre Nachrichten.

Von Angehörigen für Angehörige: Filmtipps

„Jüngst liefen auf ARD und arte drei Fernsehfilme, die sich mit dem Thema „Psychische Störungen bei Heranwachsenden“ beschäftigen. Nicht speziell zu Anorexie und Co., aber auch so mit Erkenntnisgewinn zu schauen. Trotz der Schwere des Sujets sorgen sie sogar für Ablenkung und Unterhaltung.

 

Diese Filme, alle aus dem Jahr 2015, dürften als Wiederholungen zu sehen sein. Eventuell finden sie sich auch noch in der jeweiligen Online-Mediathek des Sender. Und es gibt diese als Kauf-DVDs.

 

„About a girl“ ist der leichteste der dreien. Es geht um den – was für ein Glück! – gescheiterten Suizid eines pubertierenden Mädchens. Bekannteste Darstellerin ist Heike Makatsch, sie spielt die Mutter, die nicht fassen kann, wie unglücklich die eigene Tochter ist. Der Film driftet mitunter ins Klamaukige. Die jungen Darsteller, allen voran Jasna Fritzi Bauer, machen das Werk aber sehenswert. Happiness is an option!

 

Auch „Coconut hero“, eine deutsch-kanadische Koproduktion, handelt von einem missglückten Freitod. Der Film, der in der kanadischen Provinz spielt, ist deutlich mehr eine Tragikomödie als „About a girl“. Geschildert wird der Versuch eines 16-Jährigen, mit dem eigenen Leben klar zu kommen. Das gelingt, auch mit Hilfe (s)einer Therapeutin und der alleinerziehenden Mutter und dem Vater, der nach etlichen Jahren wieder auftaucht. Am Ende wird vieles gut, aber nicht alles.

 

„4 Könige“ ist der drastischste Film aus dem Trio der Seelenleid-Werke. Vier Heranwachsende, zwei Mädchen und zwei Jungs, verbringen Weihnachten in der Psychiatrie, weil es in den Familien einfach nicht geht. Ignoranz, Depressionen, Ängste, Gewalt – das volle Programm. Es kommt auch in der Gruppe zu Spannungen und Aggressionen. Der (negative) Einfluss der Eltern, aber auch die Sehnsucht der Kinder nach Harmonie, Verständnis und Eigenständigkeit werden überzeugend dargestellt. Dabei hilft manchmal nur noch derber Humor. „Ich dachte schon, die kommt rüber und ritzt mich, bei ihr war kein Platz mehr“, sagt einmal eine der jungen Damen. Der behandelnde Psychiater ist in seinem Therapieansatz sehr unkonventionell, zuweilen etwas überzeichnet dargestellt, aber das macht nichts. Der Film nimmt mit und zeigt eher den Weg zu einer möglichen Lösung als die Lösung selbst“ (Herr L. Vater einer Tochter mit Essstörungen)

 

 

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